Die Verbände
der Liga Chemnitz

Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Chemnitz und Umgebung e. V.

Der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Chemnitz und Umgebung e. V. gehört mit über 750 hauptamtlichen Mitarbeiter*innen zu den größten Arbeitgebern der Stadt. Mehr als 50 Einrichtungen in Chemnitz und Oelsnitz bieten ein Netz zur Betreuung und Beratung von älteren Menschen, Familien, Kindern und Jugendlichen sowie Menschen in Krisensituationen. Die Geschichte der Arbeiterwohlfahrt nahm ihren Anfang in den Jahren nach dem ersten Weltkrieg.

 

Als Reaktion auf die weitreichenden Kriegsfolgen rief die Sozialdemokratin Marie Juchacz am 13. Dezember 1919 den „Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt“ in der SPD ins Leben. In den Folgejahren entstand eine Vielzahl von Diensten und Einrichtungen. Nur wenige Wochen nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurde der Wohlfahrtsverband verboten, aufgelöst und enteignet. Zu diesem Zeitpunkt hatte die AWO ca. 135.000 ehrenamtliche Mitglieder.

 

Nach dem zweiten Weltkrieg gründete sich die Arbeiterwohlfahrt im Westteil Deutschlands neu. In der DDR wurde die AWO nicht zugelassen. Der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Chemnitz und Umgebung e. V. wurde 1990 neu gegründet und begann seine Arbeit mit drei ehrenamtlichen Mitarbeitern. Nach nur dreijähriger Tätigkeit konnte der Kreisverband bereits auf eine beachtliche Bilanz von 20 Angeboten und 275 Mitarbeiter*innen verweisen.

 

Caritasverband für Chemnitz und Umgebung e. V.

Der Caritasverband für Chemnitz und Umgebung e. V. wurde 1916 als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche gegründet. Caritas heißt übersetzt Nächstenliebe. Caritasarbeit bedeutet konkrete Hinwendung zu Menschen in Not. Nachdem die katholische Fürsorgearbeit in der DDR nur über die Caritas- Sekretariate des Bistums erfolgen konnte, bauten engagierte Mitglieder die Arbeit nach der friedlichen Revolution wieder aus und gründeten den Verband 1991 neu.

 

Als Schwerpunkte der Caritasarbeit in Chemnitz bildeten sich neben den klassischen Beratungsdiensten die Hilfen zur Erziehung und die Migrationssozialarbeit heraus. Heute finden sich unter dem Dach des Caritasverbandes über 30 verschiedene Dienste, Beratungsstellen und Einrichtungen. Der Verband betreibt eine Altenpflegeeinrichtung sowie zwei katholische Kindergärten.

 

Der Caritasverband für Chemnitz und Umgebung e. V. will Sozial- und Gesellschaftspolitik mitgestalten und setzt sich für ein solidarisches und menschliches Miteinander ein. Aus christlicher Verantwortung heraus gestaltet die Caritas durch ihr soziales Wirken das gesellschaftliche und kirchliche Leben mit. Sie versteht sich als Teil des sozialen Netzwerkes in Chemnitz und Umgebung und ist an einer guten Zusammenarbeit mit allen sozialen Partnern dieses Netzwerkes interessiert.

 

Stadtmission Chemnitz e. V.

Menschen vom Rand der Gesellschaft in unsere Mitte holen, helfen, Ungerechtigkeiten auszugleichen, einfach da sein und die Hand reichen – zuhören, beraten, unterstützen. Diese Grundsätze verfolgt der Stadtmission Chemnitz e. V. bereits seit seinen Anfängen. Im Jahre 1869 fand die Gründungsversammlung des Kreisvereins für Innere Mission statt.

 

Seit nun fast 150 Jahren bietet die Stadtmission Chemnitz professionelle Unterstützung für Senioren, Menschen mit Behinderung, Kinder und Jugendliche sowie Menschen in schwierigen Lebenslagen. Das Angebot der Stadtmission Chemnitz erstreckt sich von Betreuungs- und Begleitangeboten bis hin zu Beratungsleistungen. Rund 1.000 Mitarbeitende setzen das Leitbild der Stadtmission Chemnitz in ihren Bereichen gezielt um. Im Auftrag Jesu Christi gilt es, Nächstenliebe ganz praktisch zu gestalten. Als Mitglied im Diakonischen Werk der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens folgt die Stadtmission Chemnitz dem Auftrag der gelebten Nächstenliebe und versteht sich als sozialer Dienst der evangelischen Kirchen.

 

Deutsches Rote Kreuz Kreisverband Chemnitz e. V.

Der Deutsche Rote Kreuz Kreisverband Chemnitz e. V. hilft seit 1952 aktiv Menschen in Notlagen. Mit all seinen haupt- und ehrenamtlichen Tätigkeiten ist der DRK Kreisverband Chemnitz e. V. einer der größten sozialen Arbeitgeber und Ausbilder in Chemnitz. Das Ehrenamt des Kreisverbandes, bestehend aus dem Jugendrotkreuz, den Bereitschaften und der Wasserwacht, engagiert sich zunehmend in unserer Stadt. Sanitätsdienstliche Absicherungen oder auch Einsätze im Katastrophenfall werden hier übernommen.

 

Auch die freiwilligen Tätigkeiten in der Kleiderkammer, in den Pflegebereichen oder in der Betreuung von Asylsuchenden gehören zu den Aufgaben im Ehrenamt. Im Haus des DRK auf der Altchemnitzer Straße befinden sich die Geschäftsstelle des Kreisverbandes sowie die Kleiderkammer und das Bildungszentrum. Für die liebevolle Betreuung von Senior*innen in den eigenen vier Wänden sind drei ambulante Pflegestationen im Einsatz. Für ältere Menschen, die keinen eigenen Haushalt mehr führen können, bietet ein Seniorenheim stationäre, teilstationäre und Tagespflege.

 

Auch ist der Kreisverband mit den Kolleg*innen seiner 100%igen Tochtergesellschaft, dem Rettungsdienst und Krankentransport, mit zwei Rettungswachen und einer Außenstelle rund um die Uhr für die Chemnitzer Bürger im Einsatz.

 

Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e. V.

Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e. V. wurde am 09. September 1917 unter dem damaligen Namen „Zentralwohlfahrtstelle der deutschen Juden“ in Berlin gegründet, um als Dachverband die vielfältigen sozialen Einrichtungen und Wohlfahrtsorganisationen zu koordinieren. Nach kurzer Unterbrechung während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die ZWST 1951 unter ihrem heutigen Namen „Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland“ wiedergegründet.

 

Bis zum heutigen Tag vertritt die ZWST jüdische Gemeinden auf dem Gesamtgebiet der Wohlfahrtspflege gemäß ihrem Leitbild „Zedaka“. Seit 2018 arbeitet in diesem Auftrag der Landesverband Sachsen der jüdischen Gemeinden auch für die Stadt Chemnitz. Die Zuwanderung aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion seit 1990 bedeutete einen Umbruch für die jüdische Gemeinschaft in Deutschland und folglich auch eine Veränderung und Neugewichtung des Aufgabengebietes.

 

Da sich die Mitgliederzahlen in den letzten zwei Jahrzehnten mehr als verdreifacht haben, ist die langfristige Integration der Gemeindemitglieder mit Migrationshintergrund ein Schwerpunkt der sozialen Arbeit der ZWST, entsprechend dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“. Heute sind die Stärkung jüdischer Identität, die Unterstützung der Gemeinden (Stärkung der Infrastruktur, Nachwuchsförderung, Professionalisierung) sowie bedarfsgerechte Hilfsangebote für spezifische Zielgruppen (Menschen mit Behinderung, Überlebende des Holocaust) zentrale Aufgabengebiete der ZWST.

Paritätischer Wohlfahrtsverband, Landesverband Sachsen e. V.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband, Landesverband Sachsen e. V. ist der größte Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen. Er wurde 1990 wiedergegründet und vertritt rund 480 Mitgliedsorganisationen, die in allen sozialen Bereichen sowie in der Bildung tätig sind. Allein in der Stadt Chemnitz begleitet er über 200 Einrichtungen und Dienste.

 

Die Besonderheit des Paritätischen ist die Vielfalt in der Solidarität. Der Grundsatz, dass die Mitgliedsorganisationen den paritätischen Gedanken untereinander fördern, verbindet große und kleine Träger unter seinem Dach. So entsteht Vielfalt auch bei Konzepten, Angeboten und Arbeitsfeldern. Von der Frühförderung und Kitas über Schulen und Jugendangebote,

 

Hilfen für sozial Benachteiligte, Menschen in besonderen Lebenslagen, Menschen mit Behinderungen bis hin ins hohe Alter, wenn es um die Pflege oder auch Hospizangebote geht. Als Dachverband ohne eigene Einrichtungen versteht sich der Paritätische Sachsen als Kommunikationsplattform, Netzwerk, Interessenvertretung und Wissensvermittler für die Mitglieder. Als parteiunabhängiger Verband agiert der Paritätische gegenüber Partnern aus Politik und Verwaltung stets mit dem lösungsorientierten Blick für die Menschen und die soziale Landschaft der Region.